Wissensdatenbank
Buchhaltung

Kassenprozesse, Datenanalyse und prüfbare Kassendaten

IKS, Risikoanalyse, Statistik, Benford/Chi-Quadrat, Visualisierung sowie DSFinV-K- und TSE-Datenexport.

Tempo

Leitgedanke: Erst Prozessqualität, dann Datenanalyse. Schlechte Daten werden durch Analyse nicht gut.

IKS und Risikoanalyse

  • Gesamtrisiko ist mandatsindividuell: Kneipe, Kiosk, Restaurant und Filialbetrieb haben andere Risiken.
  • Vorgehen: Risiko identifizieren → Folge beschreiben → Eintrittswahrscheinlichkeit → Auswirkung → Gesamtrisiko → Maßnahme/Kontrolle.
  • Typische Risikofelder: unberechtigter Zugriff, fehlende Funktionstrennung, fehlerhafte/unvollständige Erfassung, Stornos, Kassendifferenzen, TSE-/Meldepflichten.

Kontrollen und Verantwortlichkeiten

  • Rollen, Rechte, Prüfintervalle, klare Zuständigkeiten.
  • Datenexport vor Außenprüfung organisieren — nicht erst dann.
  • TSE-Ausfälle/Offline-Status wahrnehmen, dokumentieren, nachverfolgen.

Statistik-Grundlagen

  • Mittelwert ist anfällig für Ausreißer; Median und Quantile sind oft aussagekräftiger.
  • Verteilung schlägt eine einzelne Kennzahl.
  • Boxplot: Lage, Quartile, Streuung, Ausreißer für Vergleiche von Monaten, Filialen, Kassen.

Ziffernanalysen

  • Benford-Verteilung der führenden Ziffer ist ein starkes Indiz — aber nur bei geeigneten, sauberen Datensätzen.
  • Chi-Quadrat vergleicht Erwartung mit Beobachtung; Freiheitsgrade und Signifikanzniveau einordnen.
  • Merksatz: statistische Auffälligkeit + weitere Sachverhaltsfeststellungen = belastbarer Prüfungsansatz.

DSFinV-K, TSE und Datenexport

  • Fachliche Exportdaten (DSFinV-K), technische Archivdaten (TSE) und organisatorische Aufbewahrung müssen zusammenpassen.
  • Lücken in fortlaufenden Nummern oder Signaturfolgen sind regelmäßig erklärungsbedürftig.

Minimalstandard für die Kanzlei

  • Mandat risikoorientiert einordnen, Datenverfügbarkeit und Exportfähigkeit sicherstellen, Grundprüfung auf Lücken und Plausibilität, Auffälligkeiten dokumentieren.